Saisonaler Haarverlust oder Haarausfall? So erkennst du den Unterschied

Saisonaler Haarverlust oder Haarausfall? So erkennst du den Unterschied
16. Oktober 2026
3- Min. Lesezeit

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Geschrieben von unserem Redaktionsteam

Ist dir schon mal aufgefallen, dass du zwischen August und Oktober scheinbar mehr Haare verlierst? Wenn ja, bist du damit nicht allein. Viele Menschen berichten, dass ihnen zu dieser Jahreszeit mehr Haare ausfallen. Wir schauen uns an, was die Wissenschaft dazu sagt, wie sich dieses Phänomen erklären lässt und ob wirklich etwas dahintersteckt.

Was die Forschung über saisonalen Haarausfall sagt

Die früheste Studie deutete darauf hin, dass Haarwachstumszyklen möglicherweise saisonalen Schwankungen unterliegen. Dafür wurde das Haarwachstum von 14 Männern über 18 Monate untersucht. Die Forscher stellten fest, dass die Anzahl der Haarfollikel in der Wachstumsphase, der sogenannten „Anagenphase“, im März ihren Höhepunkt erreichte und danach stetig abnahm, bis sie im September ihren niedrigsten Stand erreichte. Das bedeutet, dass das Haarwachstum im März am stärksten und im September am schwächsten war. Im August und September erreichte der Haarausfall seinen Höhepunkt. Im Durchschnitt fielen dabei etwa 60 Haare pro Tag aus – mehr als doppelt so viele wie im Winter davor. Obwohl die Studie ziemlich alt ist und nur sehr wenige Teilnehmer hatte, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass an dem Gefühl, im August und September mehr Haare zu verlieren, tatsächlich etwas dran sein könnte.

Eine umfangreichere Studie aus dem Jahr 2009 kam zu einem ähnlichen Ergebnis, als die Haarwachstumsmuster von 823 Frauen über einen Zeitraum von sechs Jahren untersucht wurden. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Anzahl der Haarfollikel in der „Telogenphase“, also der Ruhe- und Ausfallphase, im Juli ihren Höhepunkt erreichte. Ein Höhepunkt der Telogenphase im Juli passt zu einem verstärkten Haarausfall im August und September, da die Telogenphase normalerweise etwa zwei bis drei Monate dauert. Dabei ist der Haarfollikel bereits aus der Anagenphase herausgetreten. Das Haar wächst also nicht mehr und ruht eine Zeit lang, bevor ein neues Haar, das unter der Hautoberfläche wächst, das alte Haar schließlich herausdrückt.

Auch einige andere kleinere Studien kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Eine französische Studie mit 10 Personen stellte beispielsweise fest, dass der Anteil der Haare in der Telogenphase zwischen August und Oktober am höchsten und in den Wintermonaten zwischen Dezember und Februar am niedrigsten war. Eine chinesische Studie mit 41 Männern und Frauen kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Der höchste Anteil an Haaren in der Telogenphase wurde im September festgestellt, der niedrigste im Januar.

Wie du wahrscheinlich schon merkst, wurde saisonaler Haarausfall bisher nicht besonders ausführlich untersucht und die vorhandenen Erkenntnisse basieren größtenteils auf sehr kleinen Gruppen. Trotzdem scheint die Forschung das Gefühl vieler Menschen zu bestätigen, dass sie im Spätsommer und Herbst die meisten Haare verlieren.

Du bemerkst mehr Haarausfall als sonst?

Wenn dir auffällt, dass du mehr Haare verlierst als sonst, fragst du dich vielleicht, woran das liegt und was du dagegen tun kannst. Es kann verlockend sein, das Ganze einfach auf saisonalen Haarausfall zu schieben. Wenn du aber deutlich mehr Haare verlierst als gewohnt oder bemerkst, dass dein Haar dünner aussieht oder sich dünner anfühlt, steckt wahrscheinlich noch ein anderer Faktor dahinter.

Die Forschung könnte zwar einen leichten Anstieg des Haarverlusts in den Herbstmonaten erklären, aber nicht sichtbar dünner werdendes Haar. Es ist normal, im Rahmen eines gesunden Haarwachstumszyklus bis zu 100 Haare pro Tag zu verlieren. Leichte Schwankungen im Verhältnis von Anagen- zu Telogenhaaren im Laufe des Jahres können kleinere Höhen und Tiefen beim Haarausfall erklären. Tatsächlicher Haarverlust ist jedoch eine andere Sache. Er entsteht, wenn der Anteil der Haare in der Telogenphase zunimmt und der Anteil in der Anagenphase abnimmt. Dadurch wachsen weniger Haare aktiv nach und mehr fallen aus – und das über einen längeren Zeitraum als nur ein paar Wochen.

Zahlreiche Faktoren können das Verhältnis von Anagen- zu Telogenhaaren beeinflussen und den Haarverlust verstärken. Stress, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen, das Alter und eine unausgewogene Ernährung können sich beispielsweise auf den Haarwachstumszyklus auswirken. Die häufigste Ursache für Haarausfall bei Männern ist allerdings genetisch bedingt.

Androgenetische Alopezie, besser bekannt als erblich bedingter Haarausfall bei Männern, ist die häufigste Form von Haarausfall bei Männern. Diese fortschreitende Form des Haarausfalls kann nach der Pubertät in jedem Alter beginnen und wird ohne Behandlung mit der Zeit immer weiter fortschreiten. Wenn dich dein Haarausfall stört und du etwas dagegen unternehmen möchtest, solltest du am besten eher früher als später aktiv werden.

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