Verursacht Kreatin Haarausfall?

Verursacht Kreatin Haarausfall?
22 May 2026
2- Min. Lesezeit

Reviewed by BA MB BCh BAO LRCPI & LRCSI MICGP MBA

Written by Our Editorial Team

Wenn du Creatin aktuell meidest, weil du Sorge hast, dass es Haarausfall verursachen oder verschlimmern könnte, bist du damit nicht allein. Wahrscheinlich hast du irgendwo gehört, dass Creatin deinem Haaransatz schaden kann. Eine neue Studie aus diesem Jahr (2025) zeigt jedoch: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Creatin und Haarausfall. Du musst es also vielleicht doch nicht vermeiden.

Aber woher kommt dieser Mythos – und warum kannst du die Gerüchte getrost ignorieren?

Was ist Creatin?

Creatin wird eingesetzt, um die Leistungsfähigkeit beim Training zu steigern und den Muskelaufbau zu fördern. Es liefert deinen Muskeln mehr Energie, sodass du intensiver trainieren kannst. Außerdem kann es die Regeneration beschleunigen und die Muskelmasse erhöhen.

Verursacht Creatin Haarausfall?

Jetzt zur eigentlichen Frage.

Die Theorie, dass Creatin Haarausfall verursacht, geht auf eine einzelne Studie aus dem Jahr 2009 zurück. In dieser nahmen Männer 7 Tage lang täglich 25 g Creatin ein und danach weitere 14 Tage 5 g pro Tag (eine Methode, die als „Creatin Loading“ bekannt ist).

Nach den ersten 7 Tagen waren die DHT-Werte um 56 % erhöht und blieben für den Rest der Studie etwa 40 % über dem Ausgangsniveau. Die Forscher schlossen daraus, dass Creatin möglicherweise die Umwandlung von Testosteron in DHT steigern könnte.

Zum Vergleich: Übliche Empfehlungen liegen bei etwa 3–5 g Creatin pro Tag oder ca. 0,1 g pro Kilogramm Körpergewicht. Die Dosierung in dieser Studie lag also deutlich darüber.

DHT ist ein Abbauprodukt von Testosteron und spielt eine zentrale Rolle beim erblich bedingten Haarausfall. Es bindet an die Haarfollikel und lässt sie schrumpfen – die Haare werden dünner, wachsen kürzer nach und irgendwann gar nicht mehr.

Theoretisch würde ein Anstieg von DHT also auch das Risiko für Haarausfall erhöhen. Genau darauf basiert der Mythos rund um Creatin.

Das Problem: Die Ergebnisse dieser Studie konnten nie bestätigt werden.

Eine aktuelle Studie aus diesem Jahr (2025) hat sich genau mit dieser Frage beschäftigt – und keinen Anstieg von Testosteron oder DHT durch Creatin festgestellt.

Zusätzlich wurde der tatsächliche Zustand der Haare analysiert. Dabei wurden unter anderem Haaranzahl, Haardichte sowie der Anteil der Haare in der Wachstumsphase (Anagen) und Ruhephase (Telogen) gemessen.

Ergebnis: Es gab keinen Unterschied zwischen der Creatin-Gruppe und der Placebo-Gruppe.

Fazit

Es gibt keine soliden Beweise dafür, dass Creatin Haarausfall verursacht. Die Theorie basiert auf einer einzelnen, älteren Studie, deren Ergebnisse nie reproduziert wurden. Neuere Studien zeigen, dass Creatin keinen Einfluss auf die Haargesundheit hat.

Wenn du Creatin bisher aus Sorge um deinen Haaransatz gemieden hast, kannst du diesen Mythos also guten Gewissens abhaken.

Wenn du dir Sorgen um Haarausfall machst und aktiv etwas dagegen tun möchtest, kannst du dir unsere Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen unserer kostenlosen Beratung ansehen.

All of our blog articles are reviewed by our Medical Director before publication.