Ist PRP wirksam bei Haarausfall?

Ist PRP wirksam bei Haarausfall?
10 April 2026
2- Min. Lesezeit

Reviewed by BA MB BCh BAO LRCPI & LRCSI MICGP MBA

Written by Our Editorial Team

Kurz gesagt: PRP gilt als vielversprechend, zumindest laut klinischer Forschung.

  • Eine Studie aus 2020 zeigte nach drei Monaten PRP‑Behandlungen einen deutlichen Anstieg der Haardichte.
  • Eine Studie von 2021 ergab, dass drei Sitzungen im Abstand von je einem Monat Haaranzahl, Haardichte und Haardurchmesser verbesserten.
  • Eine Studie aus 2022 fand Verbesserungen beim Haarzugtest sowie bei Haaranzahl und terminaler Haardichte – hier wurde PRP allerdings alle zwei Wochen mit Microneedling kombiniert.

Wichtig ist aber: Die Studien waren nicht einheitlich durchgeführt. Häufigkeit und Methode unterschieden sich stark, was zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen kann. Einige andere Studien fanden sogar keinen Unterschied zwischen PRP‑ und Placebo‑Gruppen. Das liegt vermutlich daran, dass PRP je nach Aufbereitung und Anwendung sehr unterschiedlich wirken kann.

Wie viele Sitzungen braucht man?

Hier wird’s etwas kompliziert: Es gibt keine klare Empfehlung, wie viele Sitzungen nötig sind. Eine Übersichtsarbeit aus 2025 zu PRP bei erblich bedingtem Haarausfall zeigte, dass sich die Behandlungen stark unterscheiden – sowohl in der Häufigkeit als auch in der Durchführung. Das macht die Ergebnisse insgesamt schwer vergleichbar.

Entscheidend ist vor allem, wie das Blut aufbereitet wird, denn die finale Konzentration der Blutplättchen scheint einen großen Einfluss auf den Erfolg zu haben. Faktoren wie:

  • wie viel Blut entnommen wird
  • wie lange es zentrifugiert wird
  • und natürliche Unterschiede in der Blutplättchenzahl

spielen alle eine Rolle. Dazu kommt, dass manche Kliniken drei Sitzungen über sechs Monate empfehlen, während andere bis zu sechs Sitzungen ansetzen. Meist werden anschließend Auffrischungen alle sechs Monate empfohlen.

Kann man PRP mit anderen Behandlungen kombinieren?

Ja, PRP kann mit anderen Haarausfall‑Behandlungen kombiniert werden.

Finasterid‑Tabletten und Minoxidil Spray sind offiziell zugelassene und klinisch belegte Behandlungen gegen erblich bedingten Haarausfall. PRP könnte die Ergebnisse zusätzlich verbessern – allerdings gibt es dazu bisher nur wenige Studien, die Kombinationsbehandlungen gezielt untersucht haben.

Eine Studie verglich drei Gruppen:

  • PRP allein
  • 5 %iges topisches Minoxidil
  • eine Kombination aus beidem

Die besten Ergebnisse (und die höchste Zufriedenheit) erzielte die Kombi‑Gruppe.

Auch Microneedling wird in Studien als hilfreich für Haarwachstum beschrieben, vor allem in Kombination mit Minoxidil. Aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass Microneedling auch zusammen mit PRP sinnvoll sein kann. Das kannst du entweder zuhause mit einem Dermaroller oder Dermapen machen – oder in der Klinik mit längeren Nadeln.

Gibt es Nebenwirkungen bei PRP?

PRP gilt generell als sicher und hat meist nur milde Nebenwirkungen. Dazu gehören Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder Reizungen an der behandelten Stelle. Allerdings ist PRP nicht für jeden geeignet. Raucher, Menschen mit bestimmten Erkrankungen oder Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen, werden manchmal von der Behandlung ausgeschlossen.

Wie lange halten die Ergebnisse?

Das ist schwer zu sagen, da es kaum Langzeitstudien mit langfristiger Nachbeobachtung gibt. Eine Studie aus 2014 mit 20 Teilnehmern zeigte zwar nach drei Monaten eine Verbesserung der Haardichte, allerdings nahm diese sechs Monate nach der Behandlung wieder ab. Deshalb empfehlen die meisten Kliniken mindestens eine Sitzung alle sechs Monate, um die Ergebnisse zu erhalten.

Da Haarausfall eine langfristige Sache ist, braucht es auch eine dauerhafte Behandlung. Wir empfehlen, eine Lösung zu finden, die für dich passt und die du konsequent anwenden kannst. Wenn du Hilfe brauchst, bieten wir eine kostenlose Beratung an, bei der wir dir basierend auf deinem Haarausfall‑Stadium, deinen Vorlieben und deinem medizinischen Profil passende Optionen empfehlen.

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