Beim erblich bedingten Haarausfall bei Männern ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Es ist leicht, den Behandlungsbeginn aufzuschieben, erste Anzeichen von lichtem Haar zu ignorieren oder darauf zu hoffen, dass sich alles von selbst bessert. Doch androgenetischer Haarausfall ist eine fortschreitende Erkrankung – unbehandelt verschlimmert sich der Haarverlust mit der Zeit zunehmend.
Die gute Nachricht: Klinisch bewährte Behandlungen wie Minoxidil und Finasterid können den Haarausfall verlangsamen, stoppen und in manchen Fällen sogar rückgängig machen. Je früher du beginnst, desto mehr Haarfollikel können geschützt werden – und desto besser fallen die Ergebnisse in der Regel aus.
Im Folgenden erklären wir, auf welche frühen Anzeichen von Haarausfall du achten solltest, warum schnelles Handeln bessere Resultate liefert und welche Möglichkeiten es auch bei fortgeschrittenerem Haarausfall gibt.
Der männliche Haarausfall (androgenetische Alopezie) hat seinen Namen aufgrund des typischen Musters: Er beginnt meist am Oberkopf und an den Schläfen. Mit der Zeit bleibt das Haar häufig am Hinterkopf und an den Seiten erhalten, während der Oberkopf kahl wird – es entsteht die charakteristische hufeisenförmige Haarverteilung.
Die Stadien des Haarausfalls werden auf einer Skala von 1 bis 7 anhand der Norwood-Hamilton-Skala eingeteilt. Stadium 1 bedeutet kein sichtbarer Haarausfall, Stadium 7 beschreibt den stark ausgeprägten, hufeisenförmigen Haarverlust.
Zu den frühen Warnzeichen zählen unter anderem:
Mehr Haarausfall als gewöhnlich
Veränderungen am Haaransatz
Mehr sichtbare Kopfhaut
Langsameres Haarwachstum (z. B. seltenerer Bedarf an Haarschnitten)
Haarausfall lässt sich mit verschiedenen klinisch bewährten Behandlungen stoppen. Die zwei zugelassenen Wirkstoffe sind:
Minoxidil 5 % Spray – fördert die Durchblutung der Haarfollikel und schafft so günstige Bedingungen für das Haarwachstum. Es verkürzt die Telogenphase (Ruhephase) und verlängert die Anagenphase (Wachstumsphase), wodurch längere und kräftigere Haare wachsen können und möglicherweise Wachstumsfaktoren aktiviert werden.
Finasterid 1 mg Tabletten – hemmen das Enzym 5-α-Reduktase, wodurch der Spiegel von Dihydrotestosteron (DHT) gesenkt wird. DHT ist das Hormon, das für erblich bedingten Haarausfall verantwortlich ist. Durch die Senkung des DHT-Spiegels kann Finasterid bei rund 90 % der Männer den Haarausfall stoppen.
Diese Wirkstoffe sind zudem in verschiedenen Off-Label-Formulierungen erhältlich (z. B. Minoxidil-Kapseln oder kombinierte Minoxidil-&-Finasterid-Sprays), um unterschiedlichen Vorlieben oder medizinischen Anforderungen gerecht zu werden.
Haarausfall-Behandlungen wirken am besten, solange die Haarfollikel noch aktiv sind. Bleibt DHT unbehandelt, bindet es an die Haarfollikel und lässt sie schrumpfen. Mit jedem Haarzyklus wächst das Haar dann kürzer und dünner nach, bis es schließlich gar nicht mehr wächst und der Follikel inaktiv wird.
Ein früher Behandlungsbeginn – bereits bei den ersten Anzeichen von Ausdünnung – kann diesen sogenannten Miniaturisierungsprozess verhindern. So bleiben die Follikel aktiv und produzieren weiterhin gesundes Haar. Langzeitstudien bestätigen dies: In einer 10-jährigen Studie mit 523 Männern, die täglich 1 mg Finasterid einnahmen, erzielten Männer in den Stadien 1–3 der Norwood-Hamilton-Skala deutlich bessere Ergebnisse als Männer mit weiter fortgeschrittenem Haarausfall.
Auch bei fortgeschrittenem Haarausfall gibt es keinen Grund zur Sorge. Minoxidil und Finasterid können weiterhin helfen, den weiteren Haarverlust zu stoppen und teilweise sogar neues Haarwachstum zu fördern. Große klinische Studien mit mehr als 1.500 Männern zeigten, dass Finasterid nach 12 Monaten zu einem signifikanten Anstieg der Haaranzahl führte – mit weiteren Verbesserungen im zweiten Behandlungsjahr.
Wichtig ist jedoch, realistische Erwartungen zu haben. Finasterid führt nur selten zu einer vollständigen Umkehr des erblich bedingten Haarausfalls. Mit anderen Worten: Eine komplett volle Haarpracht ist meist nicht erreichbar, wenn der Haarverlust sehr weit fortgeschritten ist. Dennoch kann die Behandlung helfen, vorhandenes Haar zu erhalten und die Haardichte sichtbar zu verbessern.
Für Männer mit bereits deutlich lichterem Haar gibt es weiterhin verschiedene Optionen. Dutasterid gilt als stärkere Alternative zu Finasterid, da es sowohl Typ-1- als auch Typ-2-5-α-Reduktase hemmt und dadurch den DHT-Spiegel noch stärker senkt – was bei fortgeschrittenerem Haarausfall hilfreich sein kann. Haartransplantationen sind eine weitere Möglichkeit und besonders effektiv in Kombination mit medikamentöser Behandlung. Sie eignen sich gut, um lichte Stellen mit Haaren aufzufüllen, die von Natur aus resistent gegen DHT sind. In Verbindung mit einer fortlaufenden Therapie kann eine Transplantation zu vollerem, dichterem Haar beitragen und gleichzeitig das bestehende Haar schützen.
Unsere kostenlose Beratung berücksichtigt dein individuelles Haarausfall-Stadium, deine Behandlungspräferenzen und deine medizinische Vorgeschichte, um einen speziell auf dich zugeschnittenen Behandlungsplan zu empfehlen.
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